Feldwalze

Liebe Freunde!

Jetzt sind doch wieder einige Wochen in das Land gegangen, ohne dass Ihr neue Nachrichten von uns bekommen habt. Wir haben gerade einmal eine kleine Pause und die will ich nun nutzen, Euch wieder an unserem Leben und an dem Dienst hier teilhaben zu lassen.

Der Sommer war angefüllt mit Überraschungen, einige haben uns sehr gefordert, andere wiederum sehr gefreut.

Wir hatten schon aufgegeben

und keine Hoffnung mehr, jemals wieder einen Telefonanschluss zu bekommen. Nur die Telefonrechnungen kamen immer wieder pünktlich ins Haus. Nach einem halben Jahr, wir fassten es kaum, kam eine Reparaturbrigade und fand den Fehler und flickte die Leitung. So hatten wir jetzt fast 4 Wochen Telefon - leider hatten. Seit einigen Tagen ist die Leitung wieder tot. Wir sind gespannt, wann wir wieder zu erreichen sind.

Wir konnten gute Hilfe leisten

In unserm Nachbardorf hatte sich eine christliche Gemeinde entschlossen, in der Zeit der Sommerferien die Kirchenräume für Kinder der Ärmsten zu öffnen. Besondere Zielgruppe waren die Kinder von Familien mit zerrüttetem Elternhaus und schwachem sozialen Umfeld.

Neben vielen Spiel- und Beschäftigungsprogrammen wurden natürlich auch regelmäßige Mahlzeiten angeboten. Hier konnten wir mit Brot und süßen Brötchen einen guten Dienst leisten. Es waren viele Kinder dabei, die hatten noch nie ein süßes Brötchen essen können. Man kann es sich nicht vorstellen, aber das gibt es!

Es gibt Kinder, die mit elf, zwölf Jahren noch niemals das Dorf verlassen haben und die nicht wissen, was eine Pizza oder ein Hot Dog ist. In diesen Tagen waren Brötchen- wie unsere Streuselschnecken mit Puddingfüllung - der absolute Renner.

Gerne hörten sie auch auf die biblischen Geschichten, welche ihnen erzählt wurden. Vielen Dank den freiwilligen Helfern der Gemeinde. Sie haben es ermöglicht, dass die Kinder von der Straße kamen und wenigsten für eine Zeit einen geregelten Tagesablauf hatten. Auch Euch besten Dank, die ihr diese Arbeit mit Eurer Spende möglich gemacht habt.

Wir konnten es nicht fassen

Am Abend, bevor die Erntesaison begann, hat sich unser bester Traktorist mit der Sichel in die Finger geschnitten. Knochen, Nerven und Sehnen waren verletzt. So kam es, dass es für mich wieder richtig viel zu tun gab: Getreide ernten, Stroh pressen, verwalten, planen, bestellen und dabei das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren! Viele Tage Arbeit mit 15 Stunden und mehr waren angesagt. Herrlich, dass Gott uns den Sonntag eingerichtet hat. Ich denke ohne den Ruhetag - Sonntag - hätte ich das nicht geschafft! Wir sind dankbar für eine gute Ernte. Qualität und Quantität sind gut und lassen für die Zukunft hoffen. Dank an alle, die uns auch hier immer wieder beraten und unterstützen.

Besondern Dank auch an die Stiftung Gemeinde ohne Mauern. Durch die Hilfe der Stiftung konnten wir eine neue Feldwalze anschaffen. Jetzt kann der Samen auch richtig in der Erde festgedrückt werden. Samen, der oft nur lose in der Erde liegt, wächst bei langer Trockenheit nicht an.

Pünktlich, nachdem der Hauptschub der Arbeit durch war, kam auch unser Kolja wieder. Den Finger kann er noch nicht richtig bewegen, wir beten aber für vollständige Wiederherstellung der Hand. Durch den Unfall konnten wir auch unsere Fahrt in die Kampfgebiete nicht durchführen. Wenn es die Situation erlaubt, werden wir im Herbst wieder in den Osten fahren. Dort wird nach wie vor gekämpft und immer wieder müssen junge Männer ihr Leben lassen. Von der Mutter eines Soldaten wissen wir, das selbst die Soldaten auf beiden Seiten sich fragen, warum sie hier kämpfen. Es wäre doch besser in Frieden miteinander zu leben. Hoffen und beten wir, dass dies auch die Oberen verstehen und einsehen.

Wir sind gespannt

wie sich die Situation in der Bäckerei entwickelt. Im Moment arbeit dort eine Bäckerin mit ihrer Tochter (9. Klasse). Am Montag kommt eine Bäckerin aus dem Urlaub. Die Bäckerin, die seit einiger Zeit bei uns gelernt hat, ist einfach nicht mehr gekommen. Auf unsere Nachfrage haben wir nur erfahren, dass sie nicht mehr mag. Schade, sie war gerade so weit, eine vollwertige Mitarbeiterin zu sein. Jetzt haben verschiedene Leute einmal versucht dort zu arbeiten, leider ohne Erfolg.

Wir planen

nun auch immer einmal wieder eine Fahrt zu uns. Wie schon im vorletzten Brief beschrieben, werden wir verschiede Projekte anbieten. Da ich im Dorfsrat einen sehr engen Rahmen zur Projektwahl gegeben habe, weil die Hilfe gemeinnützig sein soll, fällt es dort etwas schwer, sich zu entscheiden. Im Moment steht die Wasserversorgung des medizinischen Punktes auf dem Plan. Brunnen ist vorhanden. Wer gerne zu diesem Projekt dazu kommen möchte, muss sich bei uns melden. Es stehen noch keine Reisetermine fest. Im Frühjahr soll dann das Dach von unserem alten Vereinshaus in Stand gesetzt werden.

Wir dürfen

wieder ein Jahr bleiben. Ohne Probleme haben wir unsere Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung bekommen. Da freuen wir uns genauso wie das Kinderheim und das Rehazentrum. Alle erhalten unsere Produkte, wobei das Kinderheim nun auch verstärkt Milch und Milchprodukte bekommt. Für das Zentrum konnten wir wieder den Jahresbedarf an Strohballen bereitstellen. Besonders freut uns, dass sie auch unser Brot so lieben. So leben wir hier in Frieden, manchmal ist es uns nicht bewusst, wie nahe der Krieg und die Zerstörung sind. Leider geht es wohl den meisten Menschen hier so. Die Unruhen im Osten, die Nachrichten und auch die Beerdigungen der Gefallenen sind ganz normaler Alltag geworden. Wir sehen da eine große Gefahr, Menschen werden gleichgültig und schläfrig.

Wir sagen

ein großen Dank Euch allen! Danke für alle Unterstützung, für Gebet und für Finanzen! Wir danken Gott für Seine Bewahrung!

Seid lieb gegrüßt!
Achim, Gabriele und Helena



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