Arbeitsbericht Nehemia Freundeskreis e.V. für das Jahr 2015

Liebe Vereinsfreunde!

Der Krieg in der Ukraine, verbunden mit den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen hat uns veranlasst, unsere Vereinsarbeit der aktuellen Lage anzupassen. Darum hatten wir entschieden, 2015 die kostenlose Brotlieferung für alle Einrichtungen in unserem Kreis einzustellen und die freiwerdenden Gelder im Kriegsgebiet in der Ostukraine einzusetzen, um dort den Menschen etwas helfen zu können. Nur das Kinderheim Neues Leben in Alexandria erhielt weiterhin Lebensmittel, da wir für das Kinderheim auf zweckgebundene Spenden zurückgreifen konnten.

Das Kinderheim erhielt 2015: 550 Liter Milch, 125 kg Quark und 2.805 Brote

Für das Krisengebiet im Osten der Ukraine stellten wir zur Verfügung: 5.500 Brote, 1.050 verschiedene Brötchen, 40 kg Speck, 35 kg Wurst, Textilien, 200 l Diesel und Verbandsmaterial.

Wir unterstützten acht Hilfsgütertransporte. Zwei Mal waren wir selbst im Kriegsgebiet bis direkt an der Frontlinie. Dort konnten neben Lebensmitteln auch Audiobibeln verteilt werden. Besonders beliebt sind diese bei den Soldaten. Es war sehr wichtig für uns in Abständen diese Transporte zu begleiten, um die Entwicklung vor Ort richtig einschätzen zu können.

In unserem Projekt „ Hilfe zur Selbsthilfe “ sind im Moment 19 Personen offiziell beschäftigt. Alle erhalten regelmäßig Lohn und sind angemeldet. Das bedeutet für 18 Haushalte (etwa 50 Personen), dass die Grundversorgung gesichert ist, wenn gleich der Lohn gering ist, durch die Inflation trotz Lohnerhöhung fiel der Mindestlohn von etwa 120 Euro auf etwa 50 Euro. Die Inflationsrate im Land liegt bei 45%.

Der Bau unserer Mehrzweckhalle hinter der Bäckerei ist fast abgeschlossen. Ebenfalls wurde an den Stallungen noch ein Hühnerstall angebaut. Mit 100 Hühnern decken wir den Bedarf an Eiern in der Bäckerei jetzt selbst.

Im Jahr 2015 hatten wir dank eines feuchten Frühjahrs eine sehr gute Ernte. Im Spätsommer blieb der Regen dann leider aus. 20 Hektar Raps sind vertrocknet oder nicht aufgegangen. Für 30 Hektar Weizen haben wir noch Hoffnung. Der Verein bearbeitet jetzt etwa 145 Hektar Ackerland. Es konnte 2015 auch eine neue Scheibenegge angeschafft werden.

Neben unseren 2 Pferden und den Hühnern haben wir 10 Milchkühe und 17 Kälber und 5 Jungbullen, dazu etwa 120 Schweine von ganz klein bis zu 250 kg. Im Wesentlichen verwerten wir die Tiere selbst. Durch selbsthergestellte Wurst, geräucherter Speck und Fleisch ist es möglich, die Tierhaltung auch aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Die Bäckerei arbeitet mit gleichbleibender und guter Qualität. Durch ständige Preiserhöhungen von Mehl, Gas und Elektroenergie haben wir Probleme, die Preise immer wieder neu anzupassen. Der Backofen bereitete uns einige technische Probleme. Derzeit arbeitet er normal, es wird aber in näherer Zukunft eine größere Reparatur auf uns zukommen.

Im Laufe des Jahres haben wir wieder regelmäßig für Operationen, Medikamente und medizinisches Verbrauchsmaterial Spendengelder verwendet. Zweckgebundene Spenden wurden weitergeleitet oder dem Verwendungszweck entsprechend eingesetzt. Darüber hinaus haben wir auch wieder Privatpersonen gezielt unterstützt, im Besonderen die Flüchtlinge aus den Ostgebieten.

Unsere FSJ - Stelle blieb 2015 leider unbesetzt.

Unser Gästehaus war fast den ganzen Sommer über belegt. Unter anderem war auch eine Gruppe freiwilliger Helfer aus Deutschland im Frühjahr bei uns.

Nach unseren Möglichkeiten versuchen wir auch auf die politische Entwicklung des Landes einzuwirken. Dazu hatten wir ein Gespräch mit dem Ministerpräsidenten des Landes Kirowograd und auch ein Treffen mit dem deutschen Botschafter in Kiew. Wir haben auch ein christliches Wort für die Ukraine drucken (5.000 Stück) und es so weit wie möglich im ganzen Land verteilen lassen. Dabei haben uns die ansässigen christlichen Gemeinden sehr unterstützt. Inhalt ist ein Aufruf zur Buße und der Weg zur Umkehr, damit Gott dieses Land segnen kann.

Wir danken allen, die uns immer wieder auf vielfältige Weise unterstützen und die Arbeit dort vor Ort ermöglichen.

Protopopowka, den 17.01.2016
Mit freundlichen Grüßen!
Achim Döbrich

Büro Ukraine

Achim Döbrich
Dorf Protopopovka
Fermerstr. 104
Telefon 0038 05235 71669
E-Mail: Mission02@vrata.net

Büro Sachsen

Dieter Werner
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08539 Rosenbach / Vogtland
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Fax: 037431 / 86785
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Büro Saarland

Anna Meyer
Cloefstr. 73
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