Arbeitsbericht des Nehemia Freundeskreis
e.V. für das Jahr 2006
Auch in diesem Jahr sind wir von Gottes wunderbaren Vaterhänden
getragen worden. Wir haben IHN immer erfahren. In vielen Dingen
hat Er sich gezeigt, nicht zuletzt durch die Herzen der vielen
Freunde, Beter und Spender hier und in der Heimat. Wir danken
Euch ganz herzlich für all die Liebe und Treue, in der Ihr
diese Arbeit unterstützt.
Seit dem Januar 2006 haben wir nach Anfrage und Bitten der
Bürgermeisterin den Winterdienst in unserem Dorf übernommen.
Da kommt uns die nachträglich eingebaute Kühlsystemheizung
zu gute und der Traktor springt auch bei minus 25 Grad und
kälter an. Wir erfuhren wieder reichlich, was ukrainischer
Winter bedeutet.
Am 12. März führten wir unsere Jahreshauptversammlung in Elsterberg
durch. Trotz harten Wintereinbruches trafen sich 16 Freunde
und 10 Vereinsmitglieder.
Im zeitigen Frühjahr kam eine kleine Gruppe aus Deutschland.
In nur wenigen Tagen wurde ein sehr hohes Arbeitspensum geleistet.
Vor allem die noch ausstehenden elektrischen Installationen
konnten abgeschlossen werden.
Vom 30. März an führte Herr Wittig eine Schulungswoche für
die Bäcker durch. Wir freuen uns über stabile Qualität der
Backwaren und auch für die neue Mannschaft sind wir dankbar.
Es ist erstaunlich, wie eng Produktqualität und Arbeitsklima
zusammen wirken. Im April dieses Jahres hatten wir eine tiefgehende
Kontrolle der Bücher und Akten durch die Behörden aus Alexandria.
Das Ergebnis war zufriedenstellend, wir bekamen die Empfehlung,
die Buchhaltung auf ein einheimisches PC - System umzustellen.
Das konnte nur durch eine Firma geschehen, die auch die dazugehöre
Software liefert und die Schulungen für den Buchhalter durchführt.
Am 29. April brach ich mir durch einen Sturz vom Gerüst den
linken Arm und lernte medizinische Versorgung in der Ukraine
am eigenen Leib kennen.
In der zweiten Maiwoche waren unsere Freunde von Kirche Unterwegs
aus Jocketa zu Gast. In dieser Woche standen viele Besuche
an, an vielen Stellen konnte ganz konkret geholfen werden
und so freuten sich viele Einrichtungen über die gezielte
Hilfe. Die Verlängerung der Brotspenden an das Krankenhaus,
die Spende von chirurgischen Instrumenten, Lebensmittelspenden
im Kinderheim, Kindergarten, Schule und Rehabilitationszentrum
lösten genau so viel Freude aus wie der Einkauf von Spielzeug
und Geschirr für den Kindergarten. Gemeinsam verbrachten wir
die Tage, die Gemeinschaft hat uns allen gut getan.
In diesem Jahr wurden auf den gepachteten 110 Hektar angebaut:
- 37 ha Weizen
- 10 ha Roggen
- 50 ha Gerste und Luzerne
- 10 ha Weidegras
- 2 ha Mais
- 0.75 ha Kartoffeln
Tierhaltung:
- 15 Kühe
- 120 Schweine
- 2 Pferde.
Die FA hat 18 offizielle Angestellte. Die Ernte begann im
Juli und wir sind Gott dankbar, für alles was ER hat wachsen
lassen. Durch ständige Preissteigerung bei Kraftstoff und
Gas blieb aber unser finanzieller Spielraum äußerst begrenzt.
So sind wir dankbar für alle Unterstützung aus Deutschland.
Dank dieser Hilfe konnten wir auch die Gehälter unserer Mitarbeiter
anpassen.
Im Sommer haben wir mit regelmäßigen Hausversammlungen begonnen
und einmal im Monat laden wir an einem Sonntag zum gemeinsamen
Firmenfrühstück ein.
Am 23.07. erreichte uns wieder eine kleine Gruppe aus Deutschland.
Dieses Mal waren zwei Kinder dabei, denen zwei Wochen Urlaub
in der Ukraine ermöglicht werden konnten. Für die Erwachsen
war es eine Zeit der Begegnungen und natürlich war auch Zeit
und Gelegenheit praktisch mit an zupacken.
Im September konnten Gabi, Helena und ich für eine Woche gemeinsam
nach Deutschland fahren. Christian Matthes, der vom Frühling
an bis zum späten Herbst uns hilfreich zur Seite stand, übernahm
gemeinsam mit unserer Tochter Elisabeth, die Verantwortung
in Protopopowka. Elisabeth ist seit März hier, um in Erfahrung
zu bringen, ob die Ukraine ihr Platz ist. Ab 01.09.06 arbeiteten
wir auch wieder für die Dorfschule in der Schulküche. Die
beiden Frauen kochen generell für die Klassen 1 bis 4 und
auf Bestellung für die Klassen 5 bis 11. Der Verein trägt
auch hier ein Teil der Kosten. Etwa 25 % der anfallenden Kosten
werden durch den Verein gesponsert.
Am 3. September erhielten wird durch den Landespräsidenten
des Bezirkes Kirowograd eine Auszeichnung für unsere Arbeit
hier. Ausgezeichnet wurde die Art und Weise der Arbeit, die
korrekte Buchführung und Abrechnung, so wie den Einsatz für
die Menschen der Ukraine. Diese Auszeichnung wurde das erste
Mal an einen ausländischen Verein, bzw. an Ausländer verliehen.
Es ist schön auch einmal von der ukrainischen Seite eine Bestätigung
zu bekommen.
Im Herbst lag der Schwerpunkt bei der Feldarbeit. Wir sind
sehr dankbar, dass alle unbestellten Flächen im Herbst noch
gepflügt werden konnten. Besonders freuen wir uns über die
erreichte Stabilität bei unseren Angestellten. So langsam
sehen wir die Früchte der Arbeit. Ob in der Bäckerei, im Stall
oder in den Küchen (Schulküche), auf dem Feld oder bei der
Buchhaltung, - es hat sich eine feste Mannschaft gebildet,
in der auch die Erkenntnis gereift ist, dass nur durch Aktivität
und Beständigkeit eine dauerhafte Verbesserung der Lebensumstände
bewirkt werden kann, dass dieser Prozess Zeit und auch Schweiß
kostet und das man selber viel dazu beitragen muss. Wir sehen
neben den materiellen Hilfeleistungen für verschiedene Einrichtungen
und Personen darin die Aufgabe des Vereins. Das Konzept beinhaltet
verschieden Schritte:
- Menschen durch einen Arbeitsplatz
und Auszahlung eines festen Gehaltes zu helfen
- Die Personen bei der Arbeit zu begleiten und ihnen Schritt um Schritt zu
lehren, dass nur Beständigkeit, Disziplin, Ehrlichkeit und
Treue auf Dauer ihnen hilft nach dem Saat und Ernteprinzip.
Ich werde immer das ernten, was ich auch gesät habe. Die Menge
und Qualität, die jeder bereit ist mit einzubringen, bestimmt
auch seine Ernteerträge
- Den Personen Christus zu bezeugen und vorzuleben, wie wir im Alltag mit dem lebendigen Gott
leben und rechnen.
- Denen die bereit sind Schritte zu setzten,
zu Seite zu stehen als Freund und Berater in allen Fragen.
Dabei sind immer wieder Ernährung, Planung, Finanzierung,
Familienplanung, Bau und Renovierungen Hauptthemen. Wir wollen
dabei bewusst den Menschen Vater und Mutter im Natürlichen
wie im Geistlichen sein.
- Bei guten Resultaten und Wachstum
helfen wir mit zinslosen Kleinkrediten, oder anderen dringend
benötigten Materialien.
- Legen wir immer wieder den Schwerpunkt
auf die Stelle, dass aller materielle Aufschwung und Verbesserung
ohne Gott keinen dauerhaften Segen bringt.
Wir sind sehr gespannt, was wir im Jahr 2007 erleben werden. Wir wissen, dass Gott
uns zur Seite steht und sind allen, die uns helfen diesen
Dienst zu tun, sehr dankbar.
Hochachtungsvoll
Achim Döbrich