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Rundbrief - November 2008



Diesen Rundbrief können Sie auch als PDF-Datei herunterladen:
Rundbrief November 2008

Protopopowka, den 24.11.2008

 Die Entscheidung

Liebe Vereinsfreunde!

Viele von Euch warten schon lange auf diesen Brief und auf die Entscheidung, die gefallen ist. Wie angekündigt, hatten wir im Herbst für den Dienst hier einen dicken Strich gezogen.

Voller Dankbarkeit und Freude können wir nun sagen: Der Herr hat sich zu diesem Platz und Dienst bekannt. Viele Anrufer sprachen uns Trost und Mut zu, durch großzügige Spenden von Gemeinden und Privatpersonen kam eine stattliche Summe zusammen, die es uns ermöglicht, hier in vollem Umfang weiter zu arbeiten. All denen, die sich mit eingebracht haben, ein ganz herzliches Dankeschön! Wir danken unserem himmlischen Vater für SEINE Treue, Beständigkeit und Liebe. Es ist schön, SEIN Kind zu sein.

Diese Entscheidung ist uns somit leicht gefallen. In Gedanken haben wir uns immer einmal mit unserer Rückkehr in die Heimat beschäftigt, doch schon bald ließ sich erkennen, dass unser Weg noch nicht nach Deutschland zurückführt. Auch andere offene Fragen, wie z.B. die Einschulung unserer jüngsten Tochter, Schulpflicht in Deutschland usw. konnten problemlos gelöst werden.

Große Erleichterung und Freude hat sich auch bei unseren Mitarbeitern gezeigt. Für sie ist es ein Wunder und Zeichen unseres lebendigen Gottes.
Das Tal der Tränen ist überwunden, nun gilt es die richtigen Lehren daraus zu ziehen und Nötiges zu verändern. Im Moment erkennen wir schon verschiedene Dinge. Da besteht eine große Gefahr für uns, dass wir vor Arbeit und Aktivitäten die Menschen vergessen, oder einfach keine Kraft mehr haben, für sie da zu sein, um sie weiter zu bringen. Wir werden hier neue Verantwortungsbereiche festlegen, auch auf die Gefahr hin, dass es am Anfang ab und zu organisatorische Probleme geben wird.

Um eine Wiederholung der Geschehnisse bei der letzten Ernte zu vermeiden, müssen wir auch ohne Hilfe von Fremdfirmen unsere Ernte einbringen können. Dazu ist dringend eine eigene Erntemaschine und Getreidelager notwendig. Wir sind gespannt, wie unser Vater im Himmel diese Frage lösen wird - ER weiß ja, was wir benötigen!


 Gemeinsam haben wir es geschaft!

Fast zwei Hektar Kartoffelfeld mussten noch geerntet werden. Weit über tausend Säcke wollten mit Kartoffeln gefüllt werden. Die grobe Arbeit erledigten wir mit den Pferden, auflesen, sortieren und verpacken war nur durch viele Helfer möglich. Mit allen unseren Angestellten und den Helfern aus dem Rehabilitationszentrum waren wir viele Tage auf dem Feld.

bei der Kartoffelernte

Schon bald konnte der erste LKW mit Kartoffeln Richtung Kinderheim und Rehazentrum abfahren. Es war uns möglich, für beide Einrichtungen den gesamten Jahresbedarf unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Kartoffeln sind eine der Hauptnahrungsmittel in der Ukraine. In irgendeiner Form befinden sich fast täglich Kartoffeln im Essen, umso dankbarer sind die Menschen, wenn ihnen so eine Versorgung zuteil wird. Auch für uns wächst die Hochachtung vor diesem Nahrungsmittel. Wie viele Arbeitsgänge und Hände sind nötig - vom Frühjahr bis zur Ernte - welchen Gefahren sind die Pflanzen ausgesetzt, Kartoffelkäfer und Pilzbefall, oder der fremde Spaten, der spät am Abend oder am frühen Morgen in den Feldern wildert. Dankbar konnten wir fast 40 Tonnen Kartoffeln ernten.

40 Tonnen Kartoffeln

Es ist ein Wunder und gleichzeitig Bestätigung, dass nicht aufhören wird, Sommer und Winter, Saat und Ernte, Tag und Nacht! (laut biblischer Verheißung)

 Arbeit, die besonders Freude macht

Im Spätsommer haben wir die bereits im letzten Brief erwähnte Wasserversorgung im Kindergarten erweitert. Wir haben in der Küche einen Warmwasserboiler installiert und entsprechende Warmwasserleitungen verlegt.

neuer Wasserboiler in der Küche des Kinderheimes

Jetzt ist jederzeit heißes Wasser verfügbar, es muß nicht erst lange auf dem Herd erhitzt werden. Die allgemeine Luftfeuchtigkeit in den Räumen ist erheblich gesunken. Dies trägt wesentlich zum gesünderen Lebensumfeld der Kinder bei. Die letzte Etappe wird nun noch der Anschluß der Kinderwaschräume und der Toiletten sein. Ein wesentliches Problem besteht noch in der Beschaffung der kleinen WC-Brillen.

 Reiseziel Protopopowka!

Von Mitte Juni bis Mitte September waren fast durchgehend Besucher bei uns. Es kamen Gäste aus ganz unterschiedlichen Motivationen, einfach nur Neugierde, echtem Interesse oder nur zum Urlaub. Es waren auch Besucher da, die vor vielen Jahren schon einmal hier waren oder aktiv mitgearbeitet haben. Besonders haben wir uns über den Bäckermeister Ullmann, seine Frau und seine Kinder gefreut.

Bäckermeister Ullmann und seine Familie

Nach acht Jahren Backbetrieb mußte nun endlich einmal eine Kontrolle und Qualitätsprüfung stattfinden. Da es nur Kleinigkeiten zu beanstanden gab, waren auch unsere ukrainischen Bäcker glücklich, von einem deutschen Bäckermeister Lob zu bekommen. Es ist immer wieder ein Wunder, dass alles so gut funktioniert und gelingt. Eine im Spätherbst in Deutschland durchgeführte Mehlanalyse zeigte uns, welche Wunder in der Bäckerei immer wieder geschehen. So freuen wir uns nicht nur über Brot, Brötchen und Nudeln aus eigener Produktion. Unsere Milch und hausgemachte Butter ist schon lange ein begehrter Verkaufsartikel. Den Quarkbedarf der Bäckerei können wir gerade so abdecken. Vor einigen Wochen haben wir von einer ukrainischen Oma auch das Käsen erlernt, was uns zunehmend immer besser gelingt.

 Zeugnisse aus unserer Umwelt

Natascha Alexandrowna (Leiterin des Kindergartens Protopopowka):
Der Kindergarten und alle Angestellten bedanken sich herzlich für alle Unterstützung. Wir wissen nicht, wie es in dieser schweren Zeit um unsere Einrichtung und um unsere Kinder ohne die deutsche Hilfe stehen würde.

Marina (Leiterin des Kinderheims "Neues Leben"):
Besonderen Dank für die Versorgung mit Brot, Lebensmitteln und Kartoffeln! Wir danken besonders unseren Freunden von "Kirche Unterwegs" für die beständige Hilfe. Es ist für uns einfach schön, abends Kinder ins Bett zu bringen, die satt sind!

Dr. Alexander Kerschoski (Leiter der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses in Alexandria):
Wir wünschen allen unseren Freunden, Helfern und Sponsoren in Deutschland Gottes Segen, ein langes Leben und ein erfolgreiches Jahr 2009. Dankbar blicken wir auf viele Jahre guter Zusammenarbeit zurück. Viele tausend Brote konnten in der Zeit an die Patienten weiter gegeben werden, eben dem Bedürftigen das Brot zu brechen, ist ein guter Dienst an unserem Volk.

Tatjana Alexandrowna (Bürgermeisterin von Protopopowka):
Ohne dem deutschen Hilfsverein Nehemia wäre unser Dorf nicht das, was es heute ist. Im Namen aller, die schon von Euch Hilfe erhalten haben, ein großes Dankeschön. Vergesst uns hier nicht, bleibt weiter mit uns verbunden, zum Wohle aller! Herzlichen Dank an alle Sponsoren in Deutschland!

 Vereinsinformationen

Wir laden zu unserer nächsten Jahreshaupt-versammlung ein.
Achtung: Wir treffen uns schon am 21.02.09 (dieses Mal ist es ein Samstag) um 14.00 Uhr im Gemeindesaal der Ev. Lutherischen Kirche Elsterberg, Markt 19.

Es werden unter anderem auch wieder die Vorstandswahlen durchgeführt. Eine weitere Einladung wird nicht verschickt, bitte merkt Euch schon jetzt den Termin verbindlich vor.

Wer uns helfen und im Gebet unterstützen möchte und dazu in kürzeren Abständen Informationen wünscht, kann sich über unser Kontaktformular an uns wenden, oder telefonisch unter 037431 86788 bei Dieter Werner melden.

Der erste Advent steht vor der Tür, wir wünschen allen eine gesegnete Zeit und freuen uns auf ein Wiedersehen zur Jahreshauptversammlung.

Mit lieben Grüßen aus der Ukraine und besten Wünschen für ein gesegnetes Christfest und ein erfolgreiches neues Jahr, zugleich im Namen des gesamten NEHEMIA-Teams an unserer Seite

         Eure Achim und Gabriele Döbrich



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Nehemia Freundeskreis e.V.
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