Das Missionshaus

Aufgrund der aktuellen Lage passten wir unser Mitarbeiterhaus an die Flüchtlingssituation an. Es entstand eine kleine Küche im Obergeschoß. Elektrik und Sanitär wurden bereits beim Hausbau vorbereitet. 04.04.22 KücheWir sind dankbar, denn das Leben von 20 Personen spielt sich jetzt nicht mehr ausschließlich in unserer "privaten" Küche ab. Sowohl die Bewohner als auch wir verfügen über etwas mehr Privatsphäre.

Bei uns leben jetzt Menschen, die alles verloren haben oder deren Häuser in der Frontlinie stehen und derzeit nicht bewohnbar sind. Diese Personen genießen die Ruhe und den Frieden im Haus – auch wenn ab und an Luftalarm ausgelöst wird und Kampfflieger über unser Grundstück düsen.

Die Flüchtlinge in unserem Haus erhalten alle Backwaren unserer Bäckerei kostenlos. Vielen ist es peinlich, andere freuen sich sehr darüber. Wir stellten eine Kasse für einen freiwilligen Obolus in der Küche auf - denen es peinlich ist, Nahrungsmittel gratis zu erhalten, können einen kleinen Beitrag leisten.

Im Mitarbeiterhaus stehen jetzt 15 Betten zur Verfügung und im „alten“ Vereinshaus sind noch vier Betten, welche aber im Moment noch frei sind. Die Belegung wird weiterhin über den Dorfrat geregelt.

Ihr Lieben in nah und fern,

 wir senden euch in alle Himmelsrichtungen liebe Grüße aus der Ukraine! Uns geht es den Umständen entsprechend gut und wir verrichten weiter unsere Arbeit und täglichen Aufgaben hier vor Ort. Wir sind sehr dankbar – Strom, fließend Wasser und Internet funktionieren weiterhin. Die meisten Geschäfte und vor allem die Banken arbeiten trotz des Krieges ganz normal weiter. In den Supermärkten werden die vorhandenen Lebensmittel rationiert.

Wenn es an den Tankstellen Benzin/Diesel gibt, sind maximale Abgabemengen festgelegt. Das heißt: 10 oder 15 Liter tanken, dann wieder anstellen - somit braucht man, um einen Tank voll zu bekommen, dann den ganzen Vormittag…

Die nächtlichen Fliegeralarme haben nachgelassen, so findet die Bevölkerung und auch wir wieder zu mehr Ruhe im Schlaf!

 

Wir sind tief gerührt von all Eurer An-Flüchtlinge2teilnahme und der vielfältigen Unterstützung! Gott soll Euch alle reichlich dafür segnen!

Uns geht es den Umständen entsprechend gut und wir konnten die letzte Nacht richtig gut schlafen. Es war das erste Mal seit einer Woche, dass nicht ständig Luftschutzsirenen heulten. Die gestern angekündigten 23 „Flüchtlings-Übernachtungsgäste“ kamen nicht bei uns an, da sie zur Sperrstunde in eine Kontrolle gerieten und sofort gestoppt wurden. Heute allerdings ist unser Haus bis auf den letzten Schlafplatz voll belegt! Auf dem Bild seht Ihr einige der Flüchtlinge.

Für uns ist es ein absolutes Wunder, dass wir immer noch über Strom, Internet und auch Festnetz verfügen! Ich fahre täglich in die Stadt, da der Barauszahlungsbetrag auf 900 € limitiert wurde – aber die Banken arbeiten! Während der Fahrt sehe ich, wie jeden Tag die Verteidigungsanlagen „wachsen“ und weiter ausgebaut werden.

Gott sei gedankt – bei uns herrscht seit längerem trübes Wetter: immer wieder Schneeschauer und tiefhängende Wolken! Dies bedeutet, dass in unserer Region keine Bomber und Jäger fliegen können! Auch wenn schon den vierten Tag in Folge (bei uns) kein Fliegeralarm ausgelöst wurde, so schlafen wir dennoch sehr unruhig – zu viel geht uns durch den Kopf und durch das Herz. incollage save2Die letzten Tage teilten wir unser Missionshaus mit weiteren 22 Personen, im Alter zwischen 4 Monaten und 83 Jahren, und noch einigen Haustieren. Folglich mussten wir unser Haus ganz neu organisieren, denn es war das erste Mal, dass wir so vielen fremden Menschen Unterkunft anboten. Manche von ihnen kamen spät am Abend an und brachen im Morgengrauen auf weiter Richtung Westen. Einige der Flüchtlinge verweilen jetzt schon ein paar Tage bei uns, weil sie nicht wissen, wohin sie fliehen sollen und wo es „Sicherheit“ für sie gibt. Nicht für jeden ist der Grenzübertritt das höchste Ziel, aber das eigene Zuhause existiert seit ein paar Tagen nicht mehr und sie sind heimatlos. Ich denke besonders an eine liebe Oma von 74 Jahren. Tagelang flehte sie ihre Freunde und Nachbarn an, aus Charkow zu fliehen. Als sie dann endlich bereit für diesen Schritt waren, warteten sie über sieben Stunden an einer Tankstelle. Leider war kurz vor ihrem Auto das Benzin leer und sie fuhren mit leerem Tank zurück. In der folgenden Nacht bekam ihr Wohnhaus einen Volltreffer – alle ausnahmslos sind dabei umgekommen. Die Oma trägt diese Last fortan allein und macht sich die größten Vorwürfe!

SonderspendenaktionDank der initiierten Sonderspendenaktion „Hilf uns Kriegsbrot zu backen“ und Eurer großzügigen Unterstützung, verkaufen wir seit gestern das Roggenmischbrot zum halben Preis!
Konkret kostet ein Brot jetzt umgerechnet etwa 30 Cent (10,00 Griffni)!!! Iwan steht in Verhandlungen mit einem nahe gelegenen Militärstützpunkt. Wir möchten auch die Soldaten unterstützen, dass sie eine ausreichende Verpflegung erhalten, denn „Wie die Verpflegung, so die Bewegung!“

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Kriegsbrot


Aufgrund der besonderen Situation haben wir uns dazu entschieden, ab Morgen unser Roggenmischbrot verbilligt als Kriegsbrot oder Krisenbrot anbieten. Seit gestern steigen die Brotpreise beständig. Wir freuen uns und sind euch allen für jedwede Unterstützung bzw. Spende dankbar. Weiterhin rufen wir verstärkt auf, für die Menschen zu spenden, denen es aufgrund von Krankheiten oder wegen ihres Alters nicht möglich ist, eine Flucht anzutreten. Ebenfalls werden wir verstärkt Personen unterstützen, die durch die Kriegssituation ihr Hab und Gut verloren haben und jetzt mittellos sind.

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