Suppenküche

Liebe Freunde!

Der letzte Bericht liegt schon drei Wochen zurück und es gibt einige interessante Dinge zu berichten.

Doch ganz an erster Stelle steht der Dank für alle Hilfe und Gebete in dieser schweren und angespannten Zeit.

Es ist nicht leicht, täglich die richtigen Entscheidungen zu treffen. Gerade durch das wirtschaftliche Durcheinander und die zum Teil hysterischen Schwankungen der Währung machen es uns nicht leicht und wir sind oft gezwungen, scheinbar unkonventionelle Entscheidungen zu treffen. Ganz wichtig ist es täglich auf die innere Stimme zu hören und gehorsam sein!

Nun aber zur Lage hier im Land!

Wie bereits berichtet, waren in den letzten Wochen die Lebensmittelpreise bis um 400% gestiegen. Das alles hat eine Hysterie ausgelöst und das Land in einen tödlichen Kreislauf gestürzt.

Seitdem der Waffenstillstand hält, hat sich die allgemeine Lage etwas beruhigt und die Teuerung ist auch zum Stehen gekommen. Langsam beginnen die Preise wieder zu fallen. Das sieht man am besten an ein paar Beispielen.

 

 

Preis im Januar

Februar

Mitte März

Zucker

7,50 / kg

28,00 / kg

14,00 / kg

Mehl

5,00 / kg

14,00 / kg

8,00 / kg

Diesel

12,50 / L

28,00 / L

22,50 / L

Brot

5,00 / 400 g

6,50 / 400g

7,00 / 400g

Fleisch

50,00 kg

60,00 kg

70,00 kg

Milch

6,00 / L

8,00 / L

7,00 / L

Dünger

5500,00 / t

18.000,00 / t

14.000,00/ t

Wechselkurs € / Griwna

1 : 17

1 : 40

1: 22

 

Viele haben sich im Februar zu Hamsterkäufen hinreisen lassen, was auch verständlich war, denn es wusste ja keiner, wie es weiter geht!

Bei all der Preisentwicklung haben sich die Löhne nicht geändert. Jeder kann sich selber ausmalen, wie schwer es ist, gerade einen Haushalt zu führen. Dank Eurer Hilfe konnten wir schon vielen Menschen helfen und auch täglich weiter für das Kinderheim Brot backen. Wir haben ansonsten das Brotbacken auf eine Ofenfüllung pro Nacht reduziert. Das macht 145 Brote. Im Moment wird jedes Brot - auch das, was verkauft wird, ein Stück weit gesponsert.

Mit den Krankenhäusern und dem Rehazentrum haben wir gesprochen und wir haben erst einmal die Brotlieferungen dorthin eingestellt, weil wir gerade viel in den Donbas schicken. Dort unterstützen wir in der Stadt Kramatorsk (nordwestlich von Donezk) eine Suppenküche. Die Menschen dort sind schlecht dran und brauchen viel dringender unsere Hilfeleistung. Neben Mehl und Buchweizen haben wir jetzt auch einen Bullen und ein Schwein für die Suppenküche geschlachtet. Wenn Gott will, werden wir uns am Ende dieser Woche auf den etwa 500 km langen Weg machen, um uns dort ein genaues Bild der Lage zu verschaffen. Wir werden dann ausführlich über die Situation dort berichten.

Wer uns versucht anzurufen - wir haben schon etwa vier Wochen keine Telefonverbindung und etwa jeden zweiten Tag für etwa acht Stunden keinen Strom!!

Mitten durch die Familie!

Seit einigen Tagen betreuen wir auch Menschen, die als Flüchtlinge aus diesem Gebiet kommen. Hier ein Beispiel, was den Menschen so geschehen ist!

Sie heißt Tatjana, ist Mitte dreißig und Lehrerin für Geschichte. Sie wohnte mit ihrem Mann in der Nähe des Flughafens in Donezk. Ihr Mann ist russischer Staatsbürger - sie Ukrainerin. Beide sprechen eigentlich nur russisch. Der Ehemann folgte dem Aufruf der Russen zu den Waffen und kämpft gegen die Ukrainer. Seine Frau versuchte zu fliehen - auch vor ihrem Mann. Sie schaffte es nicht und kam in die Hände der Separatisten, was die genau mit ihr gemacht haben, möchte sie nicht erzählen. Sie wurde dann von ukrainischen Helfern freigekauft, für zwei Stangen Zigaretten und 500 Griwna! (damals 15 Euro).

Dann kam sie ins ukrainische Hinterland, irrte umher, demoralisiert und schockiert über das, was ihr widerfahren war. Sie suchte eine Unterkunft und wurde auch aufgenommen, doch wurden ihre Situation und ihr Zustand ausgenutzt und wieder wurde ihr Gewalt angetan. Wieder war sie auf der Flucht, jetzt vor Männern und vor sich selber!

Irgendwie kam sie bis in unser Dorf und wohnt jetzt in einer der Katen, die für Flüchtlinge vorbereitet wurden. Sie bekommt von uns zu Essen und wir lassen sie auch uns helfen. Das ist mehr so eine Therapie, wieder in Gemeinschaft mit Menschen zu kommen und ein normales Leben anzufangen. Die Wunden sind tief. An den ersten Tagen hatte ich ihr etwas erklärt, sie hatte mich aber nicht verstanden und da wollte ich sie an die Hand nehmen und ihr es einfach zeigen, was sie tun soll. Wie ich sie berührte, fing sie nur an zu zittern! Schließt sie bitte in Eure Gebete mit ein!

Ein wichtiger Schritt!

Es geht nicht darum den Krieg zu gewinnen, viel wichtiger ist, dass wir den Frieden im Land und mit Gott finden.

Seit einigen Monaten werben wir ja für den Weg der Buße. Wir glauben und wissen ganz fest, dass es der einzige Weg ist dem Land den Frieden Gottes und seinen Segen zu bringen.

So sind wir sehr glücklich, dass jetzt im Osten des Landes eine dreitägige Buß- und Fastenzeit ausgerufen wurde. Dazu versammeln sich viele Mensche zu einer großen Konferenz im Osten des Landes (19. bis 21. 03.). Tausende Christen aus dem ganzen Land werden dort erwartet! Es soll dort drei Tage gefastet, gebetet und Buße getan werden, für die Ukraine und die Menschen, die hier leben. Für uns ist das der einzige Weg, aus der jetzigen Situation zu kommen.

Alles auf Anfang?

FlüchtlingslagerSo stehen wir jetzt scheinbar wieder da, wie alles anfing. Wir sind wieder bei Hilfsgütern und Bananenkartons, die gefüllt, gestapelt und transportiert werden müssen.

Und doch ist es ganz anders und neu. Nicht nur, dass wir mit den Hilfsgütern keine Grenze überqueren müssen. Auch das die Ukrainer selber mit anpacken und den Glauben und die Hoffnung besitzen, dass es einen Weg aus der Not und dem Chaos geben wird, ist neu. Und wir haben in den letzten Jahren viel dazu gelernt, wie Hilfe organisiert und sinnvoll verteilt werden kann.

Im Zelt der Notversorgung in Kramatorsk, bis spät am Abend stehen hier die Menschen an, um etwas Warmes auf den Teller zu bekommen.

So sind wir gespannt, was in den nächsten Wochen kommen wird. Eines wissen wir, der HERR ist treu und gerecht!

Liebe Grüße aus der Ukraine
Achim und Gabriele

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