Nehemia-Freundeskreis e.V. Rundbrief April 2019

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Rundbrief Nehemia Freundeskreis

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Protopopowka, Ukraine - 20. Mai 2019

Rundbrief April 2019


Liebe Grüße aus der Ukraine in die Heimat, zu allen Freunden und Helfern! Allen, die sich zu unserer Vereinsversammlung auf den Weg gemacht hatten, ein herzliches Dankeschön! Uns freut es immer wieder, Zeit mit Euch zu verbringen, gemeinsam zurück   zu blicken, aber auch zusammen nach vorne zu schauen! Der neue Vorstand ist gewählt und auch die notwendigen Veränderungen in der Satzung wurden beschlossen.
Wir können in das neue Vereinsjahr gehen, in der Gewissheit, dass Gott mit uns ist!

 

Große Herausforderungen


Nach der Vereinsversammlung fuhren wir am nächsten Tag wieder in Richtung Osten, wo wir am Mittwochmittag wohlbehalten in Protopopowka ankamen. Jedes Mal, wenn wir zurück in der Ukraine sind, liegen viele Dinge an, die meistens keinen Aufschub erlauben. So auch dieses Mal: Es lag eine Einladung vor für den nächsten Tag zur offiziellen Eröffnung unserer kleinen Poliklinik im Ort. Dazu wurde auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko in unserem Dorf erwartet. Dass wir ebenfalls eine Einladung bekamen, war für uns schon das erste Wunder! Pünktlich waren wir am nächsten Tag zur Stelle. Mit vielen anderen Dorfbewohnern warteten wir vor dem „Medpunkt“ auf den Präsidenten, dessen Ankunft sich leider um fast zwei Stunden verzögerte. Wir waren uns im Klaren, dass dieser Tag wohl unsere einzige Möglichkeit darstellte, als Ausländer mit dem ukrainischen Präsidenten sprechen zu dürfen und ihm auch das prophetische Wort für die Ukraine zu übergeben. Seitdem wir vor fast vier Jahren mit diesem Wort beim Ministerpräsidenten unseres Bezirkes waren, sind alle weiteren Bemühungen, einen Gesprächstermin mit dem Präsidenten zu bekommen, im Sand verlaufen. Wir bekamen oftmals den Hinweis, dass ein Treffen mit Frau Merkel leichter zu organisieren wäre. Aber wir hielten immer daran fest und haben geglaubt, dass es einen Weg gibt, Gottes Botschaft ganz nach oben zu bringen.
Und dan
n ergab sich die Möglichkeit, mit dem Präsidenten zu sprechen, ganz „zufällig“ – und er hörte auch noch aufmerksam zu! Gott sei Dank! Ein Wunder für uns, dass gerade wir aus den etwa 200 wartenden Personen die Möglichkeit bekamen, mit dem Staatsoberhaupt zu sprechen. Im Nachhinein waren wir beide sehr glücklich, „unsere Mission“ erfüllt zu haben. Das Wort ist gesprochen und übergeben, was jetzt weiter damit geschieht, liegt nicht mehr in unserer Hand.
Für uns war es eine weitere Lehrstunde über Gottes Handeln und seinen perfekten Zeitplan. Wenn es sein Plan ist, so kommt der richtige Zeitpunkt. Unsere Aufgabe lautet, bereit zu sein und geduldig stehen zu bleiben, um dann im richtigen Moment aktiv zu werden.

 

Veränderung


Wie wir schon zur Vereinsversammlung berichtet hatten, stehen für uns einige Veränderungen an. Eine davon ist, dass wir nicht weiter bei unserem alten Arbeitgeber angestellt bleiben können. Diese Entscheidung kam für uns nicht ganz so überraschend. So hatten wir Zeit, einige Vorkehrungen zu treffen und neue Wege zu suchen.
Zukünftig wird mich (Achim) die „Kontaktmission e.V.“ in Wüstenrot anstellen. Das ist ein Verein, der Missionare in der ganzen Welt schult und betreut. Durch diesen Verein ist es  uns möglich, mit den Missionaren in der Ukraine stärker in Verbindung zu sein. Ganz in unserer Nähe – in Krementschuk – betreibt die Kontaktmission eine Bibelschule. Die ersten Kontakte sind hergestellt und wir hatten auch schon eine kleine Kommission hier bei uns zu Gast. Wir empfinden es für uns persönlich als sehr wertvoll, dass wir heraus aus dem Einzelkämpferdasein  in eine Missionsgruppe hineinkommen. Dabei ist uns bewusst, dass die Arbeit hier vor Ort erst einmal auf unseren Schultern bleibt. Neu ist für uns, dass wir uns einen privaten Spenderkreis aufbauen müssen, der dann für unsere Lohn- und Lohnnebenkosten aufkommt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die sich bereit erklärt haben, an dieser Stelle mitzuhelfen.

 

Gelungene Aktion


Anfang November letzten Jahres hatten wir zu der Feuerholzaktion „Warmes Weihnachten an der ukrainischen Ostfront“ aufgerufen. Vor allem die Menschen im Kampfgebiet des Donbas sollten mit Feuerholz für den Winter versorgt werden.

Die Verteilung erfolgte über die Missionsgruppe um Pastor Peter Dudnik. Wir konnten, dank Eurer Hilfe, vor allem älteren Menschen die kalten Hütten erwärmen. Insgesamt kamen fast 5.500 Euro zusammen. Das ergibt 24 LKW-Ladungen, bzw. 184 große Säcke mit Feuerholz.
Letztendlich wurde das Holz dann mit einem Kleintransporter auf die einzelnen Haushalte verteilt. Das Feuerholz wurde dadurch besser portioniert. Außerdem ist die Auslieferung für Kleintransporter im Kriegsgebiet nicht so gefährlich wie für einen LKW, der doch ein größeres Ziel abgibt. Auf den Fotos sind viele dankbare Menschen zu sehen. Vielen liefen Tränen vor Freude und Dankbarkeit über die Wangen (mehr Fotos auf unserer Website https://www.nehemia-freundeskreis.org/ und https://www.facebook.com/nehemiafreundeskreis/).


 

Basisarbeit



Seit vielen Jahren arbeiten und leben wir hier in Protopopowka. Nun wurde es auch einmal allerhöchste Zeit, Pinsel und Farbe in die Hand zu nehmen, um dringend notwendige Renovierungen durchzuführen. Gemeinsam mit den Helfern aus dem Nehemiahaus gingen wir fleißig ans Werk.
Das alte Vereinshaus war als erstes dran, dann ging es weiter im Mitarbeiterhaus und dann in die überfällige Fabrik und Bäckerei. Als dort das Chaos am größten war, meldete sich gerade eine Hygienekontrolle auf dem Hof an. Das war natürlich ein Spektakel… Gottes Gnade und der Gunst bei den Behörden haben wir es zu verdanken, dass wir trotz der Arbeiten den Backbetrieb weiter aufrechterhalten konnten.















Wir hoffen, dass bis Mitte April alle Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind und wieder Ordnung einzieht. Es war sehr arbeitsaufwendig, da wir die ganze Fabrikhalle dämmen mussten, aber bei den stetig steigenden Gas- und Elektroenergiekosten ist uns nichts anders übrig geblieben.
 

Voller Dankbarkeit schauen wir auf die Felder. Wir können sehen, dass die Saat auf allen Feldern gut steht und im Winter durch den Frost keinen Schaden erlitten hatte. Auch in der Viehzucht arbeiten wir mit Gewinn.
 
Natascha war viele Jahre unsere verantwortliche Bäckerin. Nun hat auch sie sich mit ihrer Tochter gemeinsam entschieden, in Polen nach Arbeit zu suchen. Das ist schade für uns und ein echter Verlust, aber auch hier wünschen wir ihr alles Gute und viele wichtige Erfahrungen für ihren weiteren Lebensweg.
Anton aus dem Nehemiahaus wird dann ab Mai die volle Verantwortung in der Bäckerei übernehmen.

 

Nehemiahaus und Rehabilitationszentrum



Im Nehemiahaus leben im Moment 11 männliche Rehabilitanden.
Selbst das Rehazentrum in der Stadt ist bis auf den letzten Platz belegt. Das ist zur kalten Jahreszeit eigentlich immer so. Das Rehazentrum „Arche der Hoffnung“ erlebt momentan eine harte Zeit. Durch die politischen Veränderungen in den USA, fällt es vielen amerikanischen Spendern schwer, das Zentrum zu unterstützen. So ist dem Rehazentrum einer der Hauptsponsoren weggefallen. Somit ist das gesamte Finanzkonzept zusammengebrochen. Der Bau des geplanten Gottesdienstraumes wurde erst einmal auf Eis gelegt. Momentan sind die Verantwortlichen froh, alle laufenden Kosten zu bezahlen und den Tisch gedeckt zu bekommen. Das bedeutet auch, dass im Nehemiahaus die Reparaturen, Erweiterungen und Verschönerungen nur sehr langsam voran gehen. Oft lebt die Gemeinschaft von dem Lohn, welche die Bäcker mit „nach Hause“ bringen. Wir helfen in dieser Situation, wo wir können.

 

Der Kampf mit dem Brotauto



Seit Ende August ist uns das neue Brotauto zugesagt. Es hatte sich immer wieder verzögert. Teile fehlten, dann fehlte der KFZ-Elektriker und dann fehlten wieder Teile usw. Von Woche zu Woche, oft von Tag zu Tag, wurden wir vertröstet. Leider hatte ich schon eine hohe Summe angezahlt, die es nicht  mehr zuließ, den Auftrag zu stornieren. Also hieß es auch in dieser Situation: den Weg geduldig bis zum Ende zu gehen.
Letzten Freitag sollte es dann endlich soweit sein. Die Auslieferung des Brotautos fiel leider aus. Zu viele Mängel am Auto gab es noch: Die Klimaanlage wurde vergessen, das Auto hatte keine Hupe und kein Ersatzrad und zu guter Letzt passten die Schlüssel nicht zu den Türschlössern. Ein weiteres Versprechen für eine erneute Übernahme wurde nicht eingehalten. Wieder vertröstete mich der Chef und meinte, dass ich mich nicht so aufregen solle.

Alle ausstehenden Arbeiten würden nur „drei Sekunden“ dauern. Als nach drei Tagen immer noch nichts passiert war und unser Brotauto immer noch unberührt in der Werkstatt stand, entschloss ich mich zu einer außergewöhnlichen Tat: Ich fuhr meinen Mercedes Sprinter quer in die Werkstatteinfahrt, habe alle Türen verschlossen und habe mich abholen lassen.



Mein Auto blockierte dort die Werkstatt sieben Tage. Bereits nach einem Tag kam mir zur Ohren, dass zwei Schlosser eifrig an unserem Brotauto arbeiten, um alle Mängel zu beseitigen.
Mittlerweile konnten wir das neue Brotauto abholen und Iwan ist ganz stolz über sein neues Gefährt.



 

Wie EU Reformen unser Dorf verändern!



Neulich war ich wegen einer kleinen Reparatur in unserer Dorfschule. Voller Stolz stellte mir Walja, die Direktorin, die neu eingerichtete Erste Klasse vor. Nicht mehr wie früher an Schulbänken sitzend, sondern in Tischgruppen, verbringen die Schulkinder ab jetzt ihren Unterricht. Die Klassenlehrerin teilte allerdings nicht die Freude ihrer Direktorin und untermalte ihre Ablehnung mit fassungslosem Kopfschütteln.
Die Hauptstraßen im Dorf haben alle LED-Beleuchtung bekommen. Wenn wir nachts durchs Dorf fahren, ist es ähnlich hell wie in einer Großstadt.  Die EU wirft auch hier Licht und Schatten voraus.
 
Nach Abschluss der Frühjahrsbestellung sind auch wieder Reisen in das Kriegsgebiet geplant. Auch wenn der Krieg aus den Nachrichten verschwunden ist, bleibt er doch traurige Realität für viele, viele Menschen. Danke Euch allen, die Ihr mit uns ein Stück dieses Weges geht.
Wir bedanken uns für alle Unterstützungen und Gebete und wünschen euch ein gesegnetes Auferstehungsfest!
 
Liebe Grüße aus der Ukraine!

Achim und Gabriele
 
www.nehemia-freundeskreis.org | Kontakt
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