Nehemia-Freundeskreis e.V. Infobrief 25.02.2022

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Rundbrief Nehemia-Freundeskreis

 
 
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  Protopopowka, Ukraine - 22. Mai 2022
 
 

Liebe Freunde in der Heimat!

Da die momentane Zeit so schnelllebig ist, schreiben wir heute nur einen ganz einfachen Infobrief an Euch. Wenn Ihr ihn dann in den Händen haltet bzw. vor Augen habt, ist er hoffentlich auch noch aktuell!

Vielen Dank an euch alle, die Ihr für uns und die Ukraine im Gebet steht. Danke euch für alle Anrufe und für jedwede Unterstützung. Wer sich für die aktuellen Gebetsinformationen angemeldet hat, ist ja schon vorinformiert (Anmeldung bitte an a.meyer@nehemia-freundeskreis.org).

Als gestern Morgen kurz nach fünf Uhr Kampfflieger in geringer Höhe über unser Haus hinwegflogen, sprang ich aus dem Bett und wusste, welche Stunde geschlagen hat. Die ukrainische Bevölkerung hat trotz offensichtlicher Drohgebärden nicht mit diesem Krieg gerechnet. Die Rede war immer: „Wir sind doch Brüder und Verwandte!“ Die Erkenntnis holte viele sehr schnell, unvorbereitet und schmerzlich ein.Verkaufsschlange Schnell bildeten sich in den Morgenstunden lange Schlangen vor Geschäften, Geldautomaten, Apotheken und Tankstellen. In unseren Bäckereiverkaufsstellen war vor 10.00 Uhr schon alles ausverkauft. Vor allem Nudeln, Butter, Milch und Brot - ab 11.00 Uhr gab es dann auch keine Brötchen mehr.

Hastig wurde durch die Regierung versucht eine Mobilmachung durchzuführen. Alle Männer im Alter zwischen 18 bis 60 Jahren sind aufgerufen, sich zum Wehrdienst zu melden und es ist ihnen nicht erlaubt, die Ukraine zu verlassen.

Wir selbst wären jetzt eigentlich in Deutschland. Wir planten in dieser Woche im Saarland zu sein. Die Schulferien und die günstige Jahreszeit für die Feldwirtschaft sollten uns diese Reise ermöglichen. Wir waren schon 70 km vor der polnischen Grenze, als wir die Ergebnisse unserer PCR-Tests erhielten. An der polnischen Grenze wird bei Einreise ein negativer PCR-Test verlangt, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Völlig sorglos und symptomlos öffneten wir die digitalen Ergebnisse und waren schockiert – Gabrieles Test negativ, Achims Test positiv! Wir mussten umdrehen, fuhren die 900 km wieder zurück und sind jetzt auf der Basis. Wir beteten vorab, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein - dennoch mussten wir die plötzliche Planänderung erst einmal verkraften.

Wie sieht es bei uns aus? Wir sind dankbar - wir haben Strom, Internet und auch die Telefone funktionieren noch. Wir verfolgen, wie alle anderen Mitbürger auch, gespannt die Nachrichten. Wir rufen immer wieder zum Gebet auf! Wenn „Davidchen“ gegen den großen Goliath kämpfen muss, so ist diese Situation jetzt der einzige Weg für die Ukraine.

Momentan bereiten sich die Menschen auf die langsam näher rückenden Kampfeinheiten vor. Keller werden mit Lebensmitteln und Decken ausgestattet. Viele Frauen haben rotgeweinte Augen - Männer, Söhne und Enkel sind in den Kampf gezogen. Unsere Nachbarin Luba möchte zu uns in den Keller kommen, da sie nur so einen traditionellen ukrainischen Keller neben dem Haus hat, welcher nur in die Erde gegraben ist. Wir bereiten unsere Häuser für die Aufnahme von Flüchtlingen vor. Wir wissen, dass aus dem Bereich Krematorsk – wir waren bei unserem letzten Besuch im Krisengebiet Anfang November in dieser Stadt, die es seit gestern nicht mehr gibt – ein Autokonvoi mit etwa 40 Fahrzeugen aufgebrochen ist. Ihr Ziel ist die Zentralukraine, in den Autos sitzen hauptsächlich Kinder. Peter Dudnik hat angefragt, ob wir da helfen können. Momentan laufen parallel noch andere Anfragen, wir warten auf eine Familie mit sieben Personen aus Charkow.

Wir versuchen natürlich auch das Nehemia-Rehabilitationshaus im Dorf mit auszulasten. Jetzt zählt jedes Bett und jedes Zimmer.

Vielen Dank für all eure Hilfe, für jede Unterstützung, für jedes einzelne Gebet und alle Spenden!

In der Hoffnung, dass wir uns wiedersehen!

Seid behütet!

Achim und Gabriele

 

 

PS: Anbei noch ein Link vom gestrigen Live-Interview beim MDR, dieser ist noch die nächsten fünf Tage in der Mediathek zu finden. Auch heute gibt es um 14.00 und 16.00 Uhr eine Live-Schaltung zu uns. 

https://www.ardmediathek.de/video/mdr-um-2/krieg-in-der-ukraine-wie-ist-die-situation-vor-ort/mdr-fernsehen/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy8wNWYwYmZkOS05M2RkLTQ1NjQtOTFjYS0wOWRhZmU4MThhZmQ
 

 
 
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