Nachrichten aus der Ukraine vom 09.03.2022

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Rundbrief Nehemia-Freundeskreis

 
 
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  Protopopowka, Ukraine - 27. Juni 2022
 
 

Liebe Freunde und Beter in der Heimat!

Wir grüßen Euch recht herzlich aus der Ukraine! Uns geht es den Umständen entsprechend gut. Wir sind aus tiefstem Herzen berührt von Eurer Anteilnahme in den unterschiedlichsten Kanälen! Vielen Dank für alle Gebete und Spenden, für jedes mutmachende Wort! Herzlichen Dank auch für alle erbauenden Mails und Anrufe und jede Art der Bekundung Eurer Solidarität mit uns und diesem Land! Jede Nachricht kommt bei uns an! Oft sitzen wir beisammen, hören oder lesen Eure Worte und wir weinen, weil es uns so sehr bewegt!

 

 

Neues von der Basis + Flüchtlingshilfe

Für uns ist es ein absolutes Wunder, dass wir immer noch über Strom, Internet und auch Festnetz verfügen! Ich fahre täglich in die Stadt, da der Barauszahlungsbetrag auf 900 € limitiert wurde – aber die Banken arbeiten! Während der Fahrt sehe ich, wie jeden Tag die Verteidigungsanlagen „wachsen“ und weiter ausgebaut werden.

Gott sei gedankt – bei uns herrscht seit längerem trübes Wetter: immer wieder Schneeschauer und tiefhängende Wolken! Dies bedeutet, dass in unserer Region keine Bomber und Jäger fliegen können! Auch wenn schon den vierten Tag in Folge (bei uns) kein Fliegeralarm ausgelöst wurde, so schlafen wir dennoch sehr unruhig – zu viel geht uns durch den Kopf und durch das Herz. incollage save2Die letzten Tage teilten wir unser Missionshaus mit weiteren 22 Personen, im Alter zwischen 4 Monaten und 83 Jahren, und noch einigen Haustieren. Folglich mussten wir unser Haus ganz neu organisieren, denn es war das erste Mal, dass wir so vielen fremden Menschen Unterkunft anboten. Manche von ihnen kamen spät am Abend an und brachen im Morgengrauen auf weiter Richtung Westen. Einige der Flüchtlinge verweilen jetzt schon ein paar Tage bei uns, weil sie nicht wissen, wohin sie fliehen sollen und wo es „Sicherheit“ für sie gibt. Nicht für jeden ist der Grenzübertritt das höchste Ziel, aber das eigene Zuhause existiert seit ein paar Tagen nicht mehr und sie sind heimatlos. Ich denke besonders an eine liebe Oma von 74 Jahren. Tagelang flehte sie ihre Freunde und Nachbarn an, aus Charkow zu fliehen. Als sie dann endlich bereit für diesen Schritt waren, warteten sie über sieben Stunden an einer Tankstelle. Leider war kurz vor ihrem Auto das Benzin leer und sie fuhren mit leerem Tank zurück. In der folgenden Nacht bekam ihr Wohnhaus einen Volltreffer – alle ausnahmslos sind dabei umgekommen. Die Oma trägt diese Last fortan allein und macht sich die größten Vorwürfe!

Viele beängstigende und grausame Geschichten haben wir bereits gehört und auch die entsprechenden Fotos oder Videos dazu gesehen. Wenn neue Flüchtlinge bei uns ankommen, dann sind wir auch erster Ansprechpartner und als seelisch-moralischer Anker gefragt. Wir beten jeden Tag um Weisheit und Gnade, dass wir damit umgehen und es verarbeiten können.

Gestern brachen zwei Flüchtlingsfamilien auf in Richtung Westen zu ihren Verwandten in die Karpaten – wir wünschen ihnen eine gesegnete Reise und gutes Ankommen!

 

Zur wahren Bestimmung gefunden

Wir sind so dankbar, dass wir im letzten Herbst einen neuen Brunnen installiert haben! Es wäre nicht auszudenken, wenn wir in der jetzigen Situation das Wasser im Missionshaus „rationieren“ müssten! Überhaupt fühlt sich die Basis im Moment an, als wäre diese Situation die eigentliche Bestimmung unserer Mission! Im letzten Jahr bewegte ich es einige Male, den Betrieb der Basis auf ein Minimum zu reduzieren. Nur Gabi war damit nicht einverstanden! Jetzt haben wir Gewissheit über die Gründe und sehen, wie wichtig unser Platz am „Rand“ der Welt ist! Unsere Basis liegt recht weit von den großen Stadtzentren entfernt. In der dörflichen Umgebung gibt es (eigentlich) auch weit und breit nichts, was es zu bombardieren lohnt! Vielleicht waren die letzten 20 Jahre auch nur eine Art Vorbereitung, genau in dieser Situation für die Menschen in der Ukraine da zu sein! Ich sehe auch die vielen Helfer und deren Hände aus der Heimat vor meinem geistigen Auge. Immer wieder wurde mit angepackt und aufgebaut! Keine Arbeit war umsonst! Sicher hatten wir andere Pläne, aber jetzt ist die Situation so. Gott macht keine Fehler!

 

Spendenaktion #kriegsbrot

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Unsere Spendenaktion #kriegsbrot ist sehr gut angelaufen! Immer wieder erreichen uns Anfragen aus größeren Städten. Leider können wir die Lieferlogistik unter den momentanen Gegebenheiten nicht bewerkstelligen. Aber unsere Lager sind aufgefüllt und wenn wir in zwei Schichten arbeiten würden, könnten wir den Backbetrieb für die nächsten fünf Wochen aufrechterhalten! Die ukrainische Bevölkerung ist sehr dankbar, denn bei vielen wird das Geld knapp! Außerdem haben die meisten Betriebe bereits ihre Arbeit eingestellt und dementsprechend wird auch kein Lohn mehr ausgezahlt! Die Schulen bleiben bis auf weiteres geschlossen und wurden stattdessen mit Flüchtlingen belegt.

Und dennoch geht das geregelte Leben auf der Basis für uns weiter. Es kommen Kälbchen auf die Welt (vielen Dank für den Namensvorschlag „hope“!), die Kühe müssen gemolken und gefüttert werden und die Felder werden gedüngt und für die Saat vorbereitet.

Wir beten für Frieden und eine gute Lösung in diesem Konflikt. Wir stehen ein für täglichen Schutz für uns, all unsere Angestellten und deren Familien, aber auch ganz besonders für die tapfer kämpfenden Soldaten. Wir beten für alle Menschen, die nicht fliehen konnten und jetzt im Schussfeld zwischen den Fronten leben.

Ebenso beten wir für alle Politiker, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden und uns allen ein Atomkrieg erspart bleibt.

Danke, dass Ihr mit uns steht und uns weiter begleitet!

Wir senden euch herzliche Grüße aus der Ukraine,

Achim und Gabriele

 

 

PS: Wer gerne das täglich das "Kriegstagebuch" im Videoformat per Whatsapp oder Signal erhalten möchte, meldet sich bitte mit einer Nachricht bei Johanna Döbrich (keine Anrufe, da Schichtdienst!) unter 0176-30758388.

 

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