Nachrichten aus der Ukraine vom 20.06.2022

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Rundbrief Nehemia-Freundeskreis

 
 
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  Protopopowka, Ukraine - 26. September 2022
 
 

 

Liebe Freunde, Beter und Sponsoren!     

Wir grüßen euch alle recht herzlich aus der Zentralukraine! Endlich sollen auch einmal wieder all diejenigen Informationen in Form eines kleinen Rundschreibens von uns erhalten, die nicht täglich unser Kriegstagebuchvideo und die Morgennachricht bekommen!

Nachrichten aus der Ukraine

116 Tage Krieg - und es ist nicht abzusehen, wie lange sich die Kämpfe noch hinziehen werden und wer am Ende der „Sieger“ sein wird. In den letzten Wochen haben wir es geschafft, uns bestmöglich an die Ausnahmesituation anzupassen und wir tun unser Möglichstes, um den Menschen hier zu helfen. Seit Ausbruch des Krieges haben wir fast 100 Flüchtlingen Herberge gegeben. Zurzeit leben 16 Personen bei uns, der jüngste Flüchtling ist gerade einmal 5 Monate und der älteste 84 Jahre alt. Wir beherbergen derzeit Dauergäste, die aus den umkämpften Gebieten geflohen sind. Einige von ihnen haben bereits all ihr Hab und Gut verloren, andere bangen täglich darum. Wir können mit Sicherheit sagen, dass durch den Krieg die Nehemia-Basis zu ihrer wahren Bestimmung gefunden hat.

Die Bäckerei arbeitet Bäckerei minan der Leistungsgrenze.Von Montag bis Freitag liefern wir unser „Kriegs(Roggenmisch)brot“ neben all den anderen Backwaren aus. Das Brot wird mithilfe Eurer Spenden zu 75 Prozent gestützt und dadurch vergünstigt verkauft. An dieser Stelle Allen, die Ihr Euch mit einbringt und engagiert, ein ganz großes Dankeschön!

Die momentane Situation im Land ist schwierig: Viele Menschen sind von den immer wiederkehrenden Flieger- und Raketenalarmen psychisch angegriffen, andere sind genervt, können nicht schlafen und das öffentliche Leben bleibt dann einfach stehen. Konkret bedeutet es, wenn die Sirenen aufheulen, schließen die Geschäfte, Banken usw. bis zum Entwarnungston. Ziel der russischen Angriffe ist unter anderem die Treibstoffversorgung des Landes zu blockieren, was bis dato auch erfolgreich gelungen ist. Es gibt keinen Diesel und kein Benzin mehr zu kaufen. Wenn es doch mal ein Tankwagen schafft, bilden sich lange Autoschlangen an den Tankstellen. Die Abgabe ist allerdings limitiert auf 10 Liter pro KFZ.

Ich bin sehr dankbar, dass ich im Januar einem inneren Impuls gefolgt bin und das Reservoir unserer Basis-Tankstelle hier auf dem Grundstück füllen ließ. Allerdings mussten wir das Tanklager, welches zuvor eher einem Schuppen glich, mit Stahltüren und Sicherheitsschlössern versehen lassen.

Ein weiteres Problem sind die fehlenden Salzvorräte im Land. Letzte Woche fuhren wir an die polnische Grenze, um neben wichtigen Ersatzteilen auch 100 kg Salz von unserem Kurier in Empfang zu nehmen. Dieser Salzvorrat reicht vorerst für die nächsten Wochen in der Bäckerei.

Am 20.5. erlitt unser Traktorist einen Arbeitsunfall. Ihm wurden vier Fußzehen abgeschert, dass ist und war richtig schlimm! Neben dem persönlichen Leid bringt dieser Arbeitsunfall einen gewaltigen Verwaltungsaufwand, viele Kommissionen und Untersuchungen mit sich. Aufgrund dessen fülle ich jetzt noch den Arbeitsplatz des Traktoristen mit aus - da kommen leicht tägliche Arbeitszeiten von 12-15 Stunden zusammen.

Papa Feld minjpgAuf den Feldern sieht es gut aus. Leider konnten wir noch keine Verträge über den Ernteverkauf aushandeln. Die meisten Aufkäufer besitzen noch volle Getreidelager vom Vorjahr.

Mit drei Frontsoldaten stehen wir im fast täglichen Kontakt und erhalten auf diese Weise immer wieder Informationen aus erster Hand. Das ist nicht immer beruhigend. Aber so wissen wir auch, was wirklich los ist und wie wir beten sollen!

Abgesehen von den Straßensperren, Kontrollen und den Sirenen, ist es bei uns aber ruhig. Kinder der Flüchtlingsfamilien spielen bei uns auf dem Hof und jeder versucht, sich so gut wie es in diesen Zeiten eben nur geht, mit einzubringen. Für uns stellt es mitunter schon eine Herausforderung dar, die Flüchtlinge, unsere Arbeiter und den ganzen Betrieb der Basis zu managen und jedem Belangen gerecht zu werden.

Wir danken Euch allen ganz herzlich! Über die unterschiedlichsten Kanäle erreichen uns immer wieder mutmachende Nachrichten von Euch! Viele Spenden sind eingegangen, welche uns die Arbeit hier vor Ort enorm erleichtern! Alle Flüchtlinge danken Euch ganz herzlich, denn sie brauchen sich, Dank Eurer Unterstützung, um Kost und Logie finanziell nicht zu kümmern.

Gerne wollen wir den Dienst hier auch weiter tun! Im Juli werden wir für einige Tage nach Deutschland fahren. Unsere jüngste Tochter Helena hat ihr Abitur erfolgreich abgelegt und diese Meisterleistung möchten wir gemeinsam mit ihr feiern. Während unserer Abwesenheit wird eine deutsche Vertretung hier im Haus und der Basis sein - nicht selbstverständlich in diesen Zeiten!

Bitte bleibt weiter mit Euren Gebeten und Eurer Unterstützung mit uns und der Arbeit in der Ukraine verbunden!

Wir grüßen Euch recht herzlich aus Protopopovka!

Achim und Gabriele


PS: Wer gerne täglich das "Kriegstagebuch" im Videoformat per Whatsapp oder Signal erhalten möchte, meldet sich bitte mit einer Nachricht bei Johanna Döbrich (keine Anrufe, da Schichtdienst!) unter 0176-30758388.

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