Rechenschaftsbericht des Nehemia Freundeskreis e.V. für 2011

Liebe Vereinsfreunde!

Auch in diesem Jahr lag der Hauptteil unserer Arbeit in der Ukraine. In unserem Projekt „Hilfe zur Selbsthilfe“ hat sich die Tendenz der letzten Jahre fortgesetzt und es ist noch mehr Stabilität eingezogen. Die in der Ukraine beschäftigten Menschen finden mit zunehmender Beschäftigungsdauer besser in einen Alltag, geprägt von Arbeit und Übernahme von Verantwortung. Somit können wir uns in vielen Bereichen auf Kontrolle und gegebenenfalls auf etwaige Korrekturen konzentrieren.

Im Jahr 2011 arbeiteten 17 Personen in unserem kleinen Betrieb. Alle Angestellten kommen aus der Arbeitslosigkeit. Um unsere Zielgruppe besser erreichen zu können, haben wir bewusst auf Abwerbung verzichtet.

Der Jahresauftakt im Objekt gestaltete sich allerdings sehr schwierig. Wir hatten innerhalb kurzer Zeit drei komplette Motorschäden zu verzeichnen (Brotauto, alter Traktor, neuer Traktor) und im Herbst versagte auch noch der Motor vom Mähdrescher. Dank der Unterstützung aus Deutschland konnten aber alle sozialen Projekte aufrechterhalten werden.

Folgende Einrichtungen konnten mit Erzeugnissen aus eigener Produktion versorgt werden:

  • 5.558 Brote für das Krankenhaus - chirurgische- und onkologische Station
  • das Kinderheim „Neues Leben“ in Alexandria erhielt folgendes:
    • 4.701 Brote
    • 3.000 kg Kartoffeln
    • 250 kg Fleisch
    • 950 l Milch und 120 kg Quark
  • 6.465 Brote für das Rehabilitationszentrum
  • 1.601 Brote zum Herstellungspreis für den Kindergarten bei uns im Dorf Protopopowka
  • 970 Brote für die Suppenküche Scharlaschow

Im Bereich der Tierhaltung beginnen sich jetzt die ersten positiven Resultate zu zeigen. Vor allem bei der Milchleistung macht sich die Aufwertung der Milchkuhqualität durch künstliche Besamung bemerkbar.

Alle Felder konnten pünktlich bestellt und auch abgeerntet werden. Neu in diesem Jahr war die eigene Schweineverwertung. Dies wurde dringend notwendig, da der Fleischpreis im Vergleich zum Aufzuchtspreis aufgrund von Billigimporten u.a. auch aus Deutschland viel zu niedrig ist. Durch eigene Verwertung kann der Ertag gerade so im Plusbereich gehalten werden.

Bedingt durch enorme Teuerungsraten sind wir angehalten, sehr ökonomisch zu denken und zu handeln. So ist z. B. der Gaspreis am 01.09. um 100% auf 4,00 Griwni + 20% MwSt. je m³ (etwa 50 Eurocent) gestiegen. Bei anhaltender Preisbindung von Brot ist das eine große Herausforderung.

Auch im weiteren Umfeld konnten wir wieder vielseitig Hilfe leisten: Als Verein übernahmen wir gemeinnützige Arbeiten in unserem Dorf, wie bspw. den Schnitt der Straßenränder und den Winterdienst. Darüber hinaus erhielt der Dorfrat einen PC für seine Arbeit und der Jugendclub eine Allwettertischtennisplatte.

Für Menschen in Not oder andere Sonderfälle gewährten wir insgesamt über 40 zinslose Kleinkredite. Zweckgebundene Spenden wurden an die vorgesehenen Empfänger übergeben.

Auch 2011 übernahmen wir als Verein wieder verschiedene Krankenhauskosten. Hierbei werden wir mit dem Problem konfrontiert, dass wir häufig Bittbriefe von uns fremden Personen mit ausführlichen Krankheitsgeschichten und Arztbriefen erhalten, die kaum auf Richtigkeit überprüft werden können.

Im Berichtszeitraum konnten wir dieses Mal keine Neuanschaffungen tätigen, da die oben erwähnten Fahrzeugreparaturen immense Summen verschlangen. Somit konnte auch noch kein Dach für die Lagerhalle gebaut werden.

Das Gästehaus war mit verschiedenen Gästen aus Deutschland belegt. Neben einer Aufbaugruppe im Frühling hatten wir ein Team vom MDR zu Gast, welches eine Kurzreportage über unsere Arbeit erstellte:

Darüber hinaus waren noch mehrere Familien zu Gast, die Interesse an der Arbeit vor Ort hatten. Wir beherbergten auch Personen, die auf der Durchreise waren oder einfach nur in der Stadt gehört hatten, dass hier auch Deutsche wohnen.

2011 konnte ein wesentlicher Teil der noch offenen Fragen bezüglich unserer Grundstücke und Gebäude geklärt werden. Diese sehr langwierige Arbeit fordert viel Kraft und Durchhaltevermögen. Wir sind jedoch guter Hoffnung, dass im Jahr 2012 alle noch offenen Fragen gelöst werden können.

Wir sind dankbar für alle erfahrene Hilfe, allen Trost und Zuspruch, welcher uns in harten Stunden erreicht hat. Wir erleben hier immer wieder echte Wunder. Wir erleben, wie Menschen geheilt werden, an Körper und Seele, aber auch im Geist Wir danken Gott, der uns immer wieder alle nötige Kraft gegeben hat, diese Arbeit hier zu verrichten. Wir danken Euch, die Ihr uns unterstützt und in Gebeten und im Herzen tragt.

Im Herbst konnte ich in zahlreichen Gemeinden und Hauskreisen für alle interessierten Personen Informationsveranstaltungen durchführen. Dazu hatte ich mir eine Woche Zeit genommen. Auch hier sind wir dankbar für alle offenen Ohren und Herzen.

Protopopowka, im Januar 2012
Mit freundlichen Grüßen,
Achim Döbrich

Büro Ukraine

Achim Döbrich
Dorf Protopopovka
Fermerstr. 104
Telefon 0038 05235 71669
E-Mail: Mission02@vrata.net

Büro Sachsen

Dieter Werner
Antonstr. 8
08539 Rosenbach / Vogtland
OT Mehltheuer
Tel: 037431 / 86788
Fax: 037431 / 86785
E-Mail: d.werner@nehemia-freundeskreis.org

Büro Saarland

Anna Meyer
Cloefstr. 73
66693 Mettlach
E-Mail: a.meyer@nehemia-freundeskreis.org